Vortrag in Antonshütte
Der Verein der Königlich Sächsischen Antonshütte e. V. lädt für Dienstag, den 21. April, um 18.30 Uhr, in das Huthaus der Antonshütte, Jägerhäuser Str. 1, ein.
Unter dem Titel „Naturerlebnis und Klassenkampf - Die sächsische Naturfreundebewegung bis 1933“ referiert der Historiker und Volkskunder Dr. Henrik Schwanitz vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde zur Geschichte dieser Initiative von ihrer Entstehungszeit bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten.
Den arbeitenden Menschen den Zugang zur Natur zu erschließen, war das Ziel der Gründungsgeneration der Naturfreunde-Bewegung. 1895 schlossen sich erste Naturfreunde zusammen, um die Natur als Quelle der Erholung zu erkunden, um sich gemeinsam zu treffen, fortzubilden und Aktivitäten zu organisieren.
Die Initiatoren und Mitstreiter entstammten in der Regel der Arbeiterbewegung. Bereits kurz nach 1900 gründeten sich erste Ortsgruppen des Touristenvereins „Die Naturfreunde“ auch in Sachsen und entfalteten eine breite Tätigkeit. Das zentrale Anliegen der Naturfreunde war es dabei, die Arbeiterinnen und Arbeiter aus der „grauen Städte Mauern“ herauszuholen und eine sinnvolle Freizeitgestaltung in der Natur zu ermöglichen. Ihr Wandern, Klettern, Sammeln und Fotografieren war dabei nicht nur eine Suche nach Naturerlebnissen, sondern Teil des ideologischen Kampfes der sozialistischen Naturfreunde in Zeiten der politischen und gesellschaftlichen Spannungen. Der Vortrag widmet sich anhand regionaler Beispiele der Geschichte der sächsischen Naturfreundebewegung zwischen dem späten Kaiserreich und dem Ende der Weimarer Republik 1933.
Alle Interessenten sind herzlich willkommen.
Mit freundlichen Grüßen,
Ulrike Kahl

Das frühere Zechen- und Bergmannhaus Rote Grube bei Sosa wurde im Jahr 1929 zu einem Naturfreundehaus umgebaut.
Foto. Sammlung Kahl

